
Sobald die Tage kühler werden, fragen an unserer Theke wieder mehr Kunden nach Würsten für den Eintopf. Die Grillsaison ist vorbei, der große Topf kommt aus dem Schrank, und plötzlich stellt sich die Frage, welche Sorte eigentlich wohin gehört. Wir haben die häufigsten Fragen aus der Fachbedienung gesammelt.
Warum nicht jede Wurst in den Topf passt
Entscheidend ist, wie die Wurst hergestellt wurde. Eine Brühwurst wie die Wiener oder die Bockwurst ist bereits gegart. Sie soll im Eintopf nur heiß werden und darf nicht sprudelnd kochen, sonst platzt die Haut und der Geschmack geht ins Wasser über.
Am besten legen Sie sie erst in den letzten Minuten in den Topf, wenn das Gemüse schon weich ist. Anders sieht es bei geräucherten Kochmettwürsten aus. Sie vertragen längeres Ziehen und geben dabei Rauch und Würze an die Brühe ab. Deshalb sind sie bei Kohlgerichten so beliebt.
Welche Sorte zu welchem Gericht
Aus unserer Erfahrung haben sich ein paar Kombinationen bewährt, die fast immer gelingen:
- Linsen- und Erbseneintopf: Wiener oder Bockwurst, kurz vor dem Servieren in Scheiben dazugeben.
- Grünkohl und Sauerkraut: geräucherte Mettenden, die ruhig eine halbe Stunde mitziehen dürfen.
- Kartoffelsuppe: Wiener oder eine milde Fleischwurst, gewürfelt und kurz erwärmt.
- Bohneneintopf: eine kräftige Räucherwurst, die Würze und Rauch in den Topf bringt.
Wer mag, brät die Wurstscheiben vorher kurz in der Pfanne an. Das gibt Röstaromen und macht den Eintopf gleich etwas herzhafter.
Kochwürste wie Leberwurst gehören eher nicht in den klassischen Eintopf, weil sie beim Erhitzen zerfallen. Eine Ausnahme ist die grobe Blutwurst, die in manchen Regionen gebraten zu Sauerkraut und Kartoffelpüree kommt. Das ist dann aber eher ein Tellergericht als ein Eintopf.
Salz erst zum Schluss
Ein häufiger Fehler: Der Eintopf wird zu Beginn kräftig gesalzen, und am Ende ist er zu salzig. Geräucherte Würste geben beim Ziehen Salz an die Brühe ab. Schmecken Sie deshalb erst ab, wenn die Wurst eine Weile im Topf war.
Reste richtig aufbewahren
Eintopf schmeckt am zweiten Tag oft noch besser. Lassen Sie ihn zügig abkühlen und stellen Sie ihn abgedeckt in den Kühlschrank. Beim Aufwärmen gilt dasselbe wie beim ersten Mal: nur erhitzen, nicht lange kochen. Angebrochene Wurst aus der Fachbedienung wickeln Sie am besten wieder in Papier oder legen sie in eine verschlossene Dose und verbrauchen sie innerhalb weniger Tage.
Wenn Sie unsicher sind, welche Wurst zu Ihrem Rezept passt, fragen Sie einfach an der Theke nach. Wir beraten Sie gern und schneiden auch kleinere Mengen passend zu.